Ewa Kuryluk: Die Selbstdarstellung, die man Erinnerung nennt

Vortrag und Gespräch mit der Künstlerin

Martin-Gropius-Bau, Kinosaal - GoogleMaps

Eintritt frei

Ewa Kuryluk ist eine transdisziplinäre Künstlerin – Malerin, Pionierin der Stoffinstallationen, Fotografin – sowie Autorin fiktionaler und autobiografischer Prosa, kunsthistorischer Essays und Gedichte. Geboren im Jahre 1946 in Krakau, studierte sie nach dem Abitur in Wien an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Sie lebte einige Zeit in London und viele Jahre in New York, wo sie an der New York University und an der New School for Social Research lehrte. Ihre auf Englisch und Polnisch verfassten Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Ihre Bilder, Installationen und Selbstphotographien wurden in zahlreichen Ausstellungen in Europa, Nord- und Südamerika gezeigt. Zuletzt präsentierte das Nationalmuseum in Krakau eine Retrospektive der Malerei von Ewa Kuryluk, die heute ihren Wohnsitz in Warschau und Paris hat.

Mit der Geste der Öffnung privater Fotoarchive und mit der Hinwendung zum offenen Autobiographismus vollzieht Ewa Kuryluk um 2000 eine Wende, die nicht nur in der individuellen Perspektive ihres Werks signifikant erscheint, sondern auch mit dem zeitgenössischen dokumentarischen Interesse der Kunst korrespondiert. Dabei spielt die Fotografie im Werk Kuryluks eine besondere Rolle – nicht zuletzt als eine lebenslange autofotografische Praxis, auf die sie sowohl in ihrer Malerei als auch den Stoffinstallationen zurückgreift. Ewa Kuryluks Vortrag mit anschließendem Gespräch gilt den autobiografischen Inspirationen ihres Werks und der Kunst als Zeugnis – somit auch dem Nexus von Erinnerung und kreativem Prozess sowie Realismus und Imagination.

Vortrag und Gespräch mit der Künstlerin in Kooperation mit der Universität Potsdam im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts Performances of Memory. Testimonial, Reconstructive and Counterfactual Strategies in Literature and Performative Arts of the 20th and 21st Centuries, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und vom Nationalen Wissenschaftszentrum (NCN, Polen).
 
Bild: Ewa Kuryluk