Über Circus

Circus

Zelt, Sägespäne, Tiere, Sensationen: Die Klischees zum Zirkus sind vielfältig – und oft nicht mehr zutreffend. Denn schon längst suchen junge Artist*innen nach anderen Formen und Formaten im Bereich der Zirkuskunst. Die Kunstform des zeitgenössischen Circus ist eine von mehreren Ausprägungen dieser Erneuerungsbewegungen – und im Mittelpunkt des Interesses der neuen Programmschiene „Circus“ der Berliner Festspiele.

Entstanden um 1970 in Frankreich, hat sich der zeitgenössische Circus einer neuen Orientierung im Bereich der Zirkuskunst verschrieben: Artistik verbindet sich mit ästhetischen und dramaturgischen Gesamtkonzepten, wodurch theatrale Formate an der Schnittstelle von Circus, Performance, Theater, Tanz, Musik, Bildender Kunst sowie Licht- und Mediendesign entstehen. So bilden sich facettenreiche Narrative, die sich an der spezifischen Ausdrucksform der beteiligten Artist*innen orientieren und das Gegenwärtige der Aufführung in den Mittelpunkt stellen.

Die Berliner Festspiele interessieren sich speziell für genreübergreifende, experimentelle und entgrenzende künstlerische Ansätze. Mit ihren beiden Häusern bieten sie dem zeitgenössischen Circus eine Plattform und ihren Zuschauer*innen die Möglichkeit, diese in Deutschland noch wenig bekannte Kunstform kennenzulernen, zu diskutieren und zu kontextualisieren. Daher werden die Berliner Festspiele die Erforschung des zeitgenössischen Circus aufnehmen – in der Programmschiene „Circus“, die zweimal im Jahr Produktionen und Gastspiele aus diesem Bereich in den Häusern der Berliner Festspiele präsentieren wird. Kuratiert wird das Programm von Johannes Hilliger und Josa Koelbel, den Organisatoren des Berlin Circus Festival.